Kultusministerin Dr. Eisenmann: „Qualität, Verlässlichkeit und Leistung für gute Bildung“

Offene und ehrliche Diskussion der Ministerin in voll besetzter Aula des Justinus-Kerner-Gymnasiums

Über die aktuellen Entwicklungen der baden-württembergischen Bildungspolitik informierte und diskutierte Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann am 3. Dezember in der voll besetzten Aula des Justinus-Kerner-Gymnasiums Weinsberg, die auf Einladung des CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Bernhard Lasotta den Wahlkreis Neckarsulm besucht hatte.
Bernhard Lasotta: „Ich schätze Susanne Eisenmann wegen ihrer direkte und offene Art, die baden-württembergische Bildungspolitik kraftvoll voranzubringen. Dabei spricht sie eine klare Sprache, ist durchsetzungsstark, hat eine klare Haltung und entscheidet pragmatisch.“ Dies seien beste Voraussetzungen für einen interessanten und erkenntnisreichen Diskussionsabend, dankte Lasotta der Ministerin für Ihr Kommen.
Ministerin Eisenmann gab in ihrem Vortrag, der unter das Thema „Qualität, Verlässlichkeit und Leistung für gute Bildung“  gestellt war einen Überblick über schon erreichte Ziele in der Kultuspolitik, aber auch, was in ihrem Haus an aktuellen Themen bearbeitet wird. Zu einer der drängendsten Fragen für alle im Bildungsbetrieb Beteiligten zählt das Thema der Lehrerversorgung. Hierzu räumte die Ministerin ein, dass Sie noch eine ganze Weile brauchen werde, um Verbesserungen herbeizuführen. „Angesichts der derzeit einsetzenden Pensionierungswelle bei Lehrerinnen und Lehrern aus den geburtenstarken Jahrgängen wurde bereits im Jahr 2011 durch die alte grün-rote Regierung der Planungsfehler gesetzt. Bereits ab diesem Zeitpunkt hätte man stärker und zielgenauer in die Ausbildung des Nachwuchses intensivieren müssen. Die Auswirkungen werden uns noch bis ins Jahr 2020 verfolgen“.
Weiter erläuterte die Ministerin, dass ihr nach den vergangenen Jahren, in denen die Bildungspolitik durch weitreichende Reformen bewegte Zeiten hinter sich hatte und vor allem durch Strukturdebatten bestimmt war, wieder die Qualität und die Verlässlichkeit im Mittelpunkt stehen, um den Mittelfeld-Platz in den Vergleichsstudien zu verbessern. „Ich bin froh, dass wir mit dem Erlass zur verbindlichen Rechtschreibung und der Beendigung des Konzeptes „Schreiben nach Gehör“ hier wieder für Klarheit sorgen konnten. Auch der  geschlossene Pakt für frühkindliche Erziehung stärkt die Sprachförderung schon im Kindergarten und Englisch in Klasse eins wurde zugunsten von Deutsch und Mathe abgeschafft. Ergänzend dazu aber benötigen wir wieder ein Konzept um den Lernstand bei den Kindern zu ermitteln“, so die Ministerin.
Gleichzeitig will sie auch auf die Eltern wieder verstärkt in die Themen der Bildung einbinden. Dazu wird es eine Reihe von Veranstaltungen und Vorträgen für Eltern geben, die sich unter anderem mit den Themen Respekt und Verantwortung beschäftigen, geben. Ministerin Eisenmann: „Sind wir ehrlich, ein Teil der Eltern hat sich bereits aus dem Bildungs- und Erziehungsauftrag zurückgezogen, was sich quer durch alle Schichten zieht. Die Auswirkungen spüren wir auch im Umgang an den Schulen. Hier müssen wir im Elternhaus ansetzen, denn Schule kann nicht der Reparaturbetrieb der Gesellschaft sein.“
Im Gegenzug  will sie weiterhin dafür sorgen, dass für jedes Kind in Baden-Württemberg ein passgenauer Bildungslebenslauf gefunden werden kann. “Das Land investiert hier weiter kontinuierlich in den gebunden Ganztagsbetrieb und stellt gleichzeitig Geld für flexible Angebote bereit. So erreichen wir, dass den Eltern durch die flexiblen Angebote weiter eine echte und von ihnen gewünschte Wahlmöglichkeit der Betreuung ihrer Kinder gewährleistet werden kann“, so Eisenmann.
Deutliche Worte fand die Ministerin auch, warum sich das Land Baden-Württemberg gegen eine Koppelung des sogenannten Digitalpaktes mit einer Grundgesetzänderung stellt. „Wir dürfen unsere Souveränität in Bildungsfragen nicht für das Geld aus dem Digitalisierungspaket preisgeben. Eine Auszahlung ist auch ohne die Grundgesetzänderung möglich. Ich bezweifle, dass eine zentral vom Bund gesteuerte Bildungspolitik den ganz unterschiedlichen Bedürfnissen der Bundesländer gerecht werden kann“, beendete die Ministerin ihren gut 45-minütigen Vortrag.
„Ich weiß, dass ich ihnen nicht alle Themen, die si ganz persönlich interessieren gerade eben ansprechen konnte, deshalb bitte ich Sie, mir  jetzt dazu Ihre ganz persönlichen Fragen zu stellen“, leitete die Ministerin in die von Dr. Lasotta moderierte Diskussionsrunde über. Das Angebot der Ministerin wurde dankbar angenommen und so stellte sich Eisenmann unter anderem  noch Publikumsfragen zur Weiterentwicklung und Einführung des Themas des Ethikunterrichtes an den unterschiedlichen Schulformen, den Plänen zu einer Vereinheitlichung der Abiturprüfungen und der Wiedereinführung und Stärkung von Grund- und Leistungskursen an Gymnasien.
 

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