Rainer Wieland, Vizepräsident des Europäischen Parlaments und seit 1997 Abgeordneter für die Region Stuttgart und den Stadt- und Landkreis Heilbronn, besuchte am 25. Januar die Frießinger Mühle in Bad Wimpfen im Tal.

Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Dr. Bernhard Lasotta diskutierte er die aktuellen europapolitischen Probleme mit dem Geschäftsführer Willi Frießinger jun. und Mitarbeitern dieses High-Tech-Betriebes mit 220 Mitarbeitern. Begleitet wurde er auch von der Fraktionsvorsitzenden CDU/Freie Wähler, Gemeinderätin Gabi Kellhammer aus Hohenstadt. Besonders beeindruckte den Juristen (Foto, mitte), der eigentlich Mathematik studieren wollte, die technische Ausstattung der Mühle, das Fingerspitzengefühl für die Marktentwicklung in Europa und die Innovationsfreude des mittelständischen Unternehmens mit 220 Mitarbeitern. Preis, Qualität und das Ohr am Markt sind der Schlüssel zum Erfolg, der ständig von osteuropäischen Wettbewerbern „angeknabbert“ wird. Brot, so lernte er, sei eben kein Allerweltsprodukt, sondern ein höchst marktsensibles Produkt, das immer neu „erfunden“ werden muss – und gleich im Betrieb probegebacken wird. Und was als italienische Pizza daher kommt, ist möglicherweise auch Frießinger pur. Mit rd. 800 Produkten in 220 Millionen Packungen pro Jahr ist die Frießinger Mühle nach zwei Konzernmühlen der sechstgrößte Betrieb in Deutschland, aber der größte Dinkelverarbeiter. Von 700.000t Weizen, die in Baden-Württemberg jährlich verbraucht werden, kommen allein 120.000t aus der Frießinger Mühle. Die Lagerhaltung der Proben von durchschnittlich 40 LKW-Anlieferungen pro Tag verschlingt ein kleines Vermögen. Auch der vorgesehene Bauplatz für das kürzlich im Gemeinderat beschlossene weitere Silogebäude fand Beachtung im Besuchsprogramm. Da ein erheblicher Teil der Transporte über den ökologischen Wasserweg mit betriebseigenem Schiffsanleger abgewickelt wird, versprach der Vizepräsident und CDU-Europaabgeordnete, dass er den Ausbau des Neckars zu einem modernen Wasserweg für große Binnenschiffe unterstützen wird. „Der Neckar ist eine Bundeswasserstraße wie eine Bundesautobahn, auch hier kann sich Deutschland nicht von europäischen Entwicklungen abschotten“ so Wieland.

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