Große Resonanz auf die Einladung der CDU Neudenau zur Gesundheitspolitik im Ländlichen Raum:

Über 100 Zuhörer kamen zu der Veranstaltung am vergangenen Freitag (25.9.2015h, um mit dem CDU Landtagsabgeordneten des Wahlkreises Neckarsulm Dr. Bernhard Lasotta, dem Chefarzt der Chirurgie und Orthopädie am Krankenhaus Möckmühl, Dr. Burkard Schropp sowie dem stellvertretenden Geschäftsführer der AOK Heilbronn Jürgen Heckmann zu diskutieren.
„Bisher war die allgemein- und fachärztliche Versorgung in Baden-Württemberg auf einem hohen Niveau. Es gibt allerdings regionale Unterschiede bei der ärztlichen Versorgung. Insbesondere im ländlichen Raum zeichnen sich auf lokaler Ebene künftig Versorgungsengpässe ab“, so der CDU Vorsitzende Stefan Kircher in seiner Begrüßung.
Dr. Bernhard Lasotta legte Wert darauf, dass genügend medizinische Nachwuchskräfte zur Verfügung stehen und geeignete Möglichkeiten für die vertragsärztliche Niederlassung geschaffen werden. „Angesichts der demografischen Entwicklung und dem medizinischen Fortschritt müssen wir Vorsorge treffen, um den Standard der guten sozialen Absicherung und medizinischen Versorgung zu erhalten. Dies erfordert auch mehr Geld im Gesundheitssystem“, so der Arzt und Landtagsabgeordnete Lasotta. Er schlug zusätzliche Studien- und Ausbildungsplätze, Stipendien und Anreizsysteme für Bewerber vor, die sich im ländlichen Raum niederlassen wollen.
Chefarzt Dr. Burkhard Schropp stellte dar, welche Möglichkeiten die moderne Medizin am Beispiel der Endoprothetik bietet: „Die Versorgung mit modernen Knie-, Hüft- und Schultergelenken wird immer besser und sicherer. Sie sollten Wert auf eine richtige OP-Planung legen. Den Zeitpunkt für eine OP entscheiden Sie als Patient. Sie müssen abwägen, wann der Verlust der Lebensqualität, beispielsweise durch Schmerzen, die Angst vor der Operation überwiegt. Dabei ist für den Erfolg der Operation und die Heilung die gute professionelle Versorgung und eine positive Grundeinstellung der Patienten wichtig“.
 
Jürgen Heckmann von der AOK Heilbronn legte dar, dass die gute ärztlichen Versorgung auch auf dem Land die Gesellschaft zukünftig begleiten wird. Festzustellen sei, dass die Zahl der niedergelassenen Haus- und Vertragsärzte gesunken sei, während sich die Zahl der Fachärzte erhöht habe: „Wir regen gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung eine Neuordnung der Versorgungsgebiete an, um den ländlichen Raum nicht zu benachteiligen. Ebenso muss berücksichtigt  werden, dass die ausgebildeten Ärzte nicht mehr unbedingt eine Niederlassung in Selbstständigkeit anstreben. Der hohe Anteil der weiblichen Ärzte habe andere Vorstellungen und Anforderungen an ihre Berufstätigkeit, als das bisher der Fall war. Den Landarzt als immer verfügbaren „Alleinkämpfer“ wird es so nicht mehr geben. Deshalb müssten wir neue Formen des Zusammenschlusses mehrerer Praxisinhaber in Versorgungszentren oder die zusätzliche Anstellung von Ärzten in Praxiseinrichtungen ausschöpfen“.
Den Vorträgen schloss sich eine angeregte Diskussion mit den rund 100 Zuhörerinnen und Zuhörern unter anderem zu den Themen Medizinstudium, den Auswirkungen des neuen Krankenhausfinanzierungsgesetzes, der immer kürzer werdenden Klinikverweildauer nach Operationen und der Versorgung mit Medikamenten an. 
 

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