"Wir brauchen ein Gesamtkomzept zur flächendeckenden Opfervesorgung in Baden-Württemberg!"

Gruppenbild VOA-Klausur 13.09.2017
Gruppenbild VOA-Klausur 13.09.2017
Der stellvertretende Vorsitzende und sozialpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Stefan Teufel MdL, der rechtspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Dr. Bernhard Lasotta MdL sowie der Vorsitzende der Behandlungs-initiative Opferschutz (BIOS-BW) e. V. RiOLG Klaus Michael Böhm: „Wir brauchen ein Gesamtkonzept zur flächendeckenden Opferversorgung in Baden-Württemberg!“

Am Rande der Klausurtagung der CDU-Landtagsfraktion in Pforzheim sprachen die Rechts- und Sozialpolitiker der Fraktion mit Vertretern der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e. V. Dieser Verein wurde im Jahr 2008 von Richtern, Staatsanwälten, Vollzugsangehörigen, Psychiatern, Psychotherapeuten, Psychologen, Sozialarbeitern, Rechtsanwälten, Wissenschaftlern und Journalisten gegründet und betreibt unter anderem die Opfer- und Traumaambulanz (OTA) Karlsruhe/Baden. Über diese Anlaufstelle für die Akutversorgung von Opfern insbesondere von Gewalt- und Sexualstraftaten informierten sich die Abgeordneten heute (Mittwoch, 13. September).

„OTA, wie die von BIOS-BW, leisten einen immens wichtigen Beitrag für die Gesundheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Opfer einer schweren Straftat zu werden hat zahlreiche körperliche und psychische Auswirkungen. Vor allem verursacht es Angst, ein Gefühl der Ohnmacht, und wühlt den Betroffenen innerlich auf. In diesen Fällen kann schnelle therapeutische Hilfe Langzeitschäden verhindern. So kann in wenigen Therapiesitzungen ambulante Krisenintervention geleistet werden. Darüber hinaus können die Therapeuten weitere individuelle Hilfestellungen, etwa im Vorgriff auf eine längerfristige Behandlung geben. Leider sind die bürokratischen Hürden und die Unsicherheit bei der Finanzierung noch hoch“,  erklärte der Vorsitzende von BIOS-BW Richter am Oberlandesgericht Karlsruhe Klaus Michael Böhm.

„Die Arbeit von BIOS-BW ist vorbildlich. Das Angebot der OTA Karlsruhe/Baden wird von immer mehr Betroffenen angenommen. Die dort arbeitenden Psychologen, Psychotherapeuten und Sozialpädagogen können die Arbeit kaum noch bewältigen. Wir brauchen dringend mehr Einrichtungen dieser Art und mehr qualifiziertes Personal. Zurzeit finanziert sich die Einrichtung im Wesentlichen über Spenden und die Zuweisung von Geldbußen“, erläuterten der sozialpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Stefan Teufel MdL und der rechtspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Dr. Bernhard Lasotta MdL.

„Wir werden mit dem Justizministerium, dem Sozialministerium und den Krankenkassen über die Weiterentwicklung des Systems der psychotherapeutischen Soforthilfe beraten. Auf Grundlage einer Fachkommission startete das Sozialministerium vor drei Jahren einen Modellversuch zunächst zur Einrichtung von sechs Traumaambulanzen in Baden-Württemberg. Die dort gesammelten Erfahrungen müssen nun zeitnah ausgewertet werden und in ein Gesamtkonzept zur flächendeckenden Einrichtung von OTA münden. Das heutige Gespräch hat uns gezeigt, dass die Arbeit von OTA wie der von BIOS-BW aus unserer Behandlungslandschaft nicht mehr wegzudenken ist“, sind sich Stefan Teufel MdL und Dr. Bernhard Lasotta MdL einig.

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